Konzeption der Markus-Kirchengemeinde

Vorwort
Dies ist die neue Konzeption der Markusgemeinde. Die bisherige war schon zwanzig
Jahre alt und hat mehrere Überarbeitungen erfahren. Jetzt hat sich aber so viel ver-
ändert, dass ein neuer Entwurf erforderlich ist, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben.
Was ist neu? Seit der ersten Konzeption hat sich die Gemeindegliederzahl halbiert.
Der Rückgang hat mit Austritten, aber vor allem mit Veränderungen im Stadtteil zu
tun. Zuziehende Menschen sind selten evangelisch und haben oft einen anderen
kulturellen Hintergrund. Da diese Entwicklung viele Gemeinden betrifft, wird längst in
unserer Kirche perspektivisch in größeren Verbünden gedacht. Klar ist auch, dass die
Zahl der Pfarrer:innen in den nächsten Jahren stark zurück gehen wird. Diese neue
Konzeption dient außerdem dazu, das Selbstverständnis von Markus zu beschreiben
und später in größere Zusammenschlüsse einzubringen.
Dieses Konzept ist aber auch entstanden auf dem Hintergrund veränderter gesell-
schaftlicher Rahmenbedingungen. Ein gelingendes Miteinander wird immer
schwieriger in diesen Zeiten, die auch von Egoismus, Fake-News und Verrohung
bestimmt sind und in denen ehrliche Auseinandersetzung immer weniger stattfindet.
Dieser Entwicklung möchte die Gemeinde mutig entgegentreten mit dem Ruf nach
fairem Umgang und respektvoller Begegnung, geprägt von Wahrhaftigkeit.


Die Gemeinde
1908 wurde die Kirche in Sieker gebaut und im Anschluss daran bildete sich die
gleichnamige Gemeinde. Durch die Jahrzehnte hindurch war das Gemeindegebiet von
gesellschaftlichen Veränderungen beeinflusst. War dieses um 1900 noch sehr
landwirtschaftlich geprägt, bekam Sieker später mehr und mehr städtischen
Charakter. Viele Menschen aus dem Umland der wachsenden Großstadt sowie
Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg zogen hierhin, um in den großen Firmen zu
arbeiten. Die Bevölkerung war immer heterogen, Alteingesessene wurden Nachbarn
und Nachbarinnen von neu Zugezogenen. In der NS-Zeit war der Kirchenkampf das
bestimmende Thema, das bis in die 60er Jahre hinein die Gemeinde prägte. Durch
den Bau der Realmarktsiedlung zogen dann Tausende von Menschen in den Stadtteil
– zu 90% mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklung setzt sich bis heute fort.
Im nördlichen Teil wohnen längst mehr Menschen unterschiedlichster Kulturen.
Erfreulicherweise war Integration nie ein Problem.
Die Kirchengemeinde war immer ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen –
immer am „Puls der Zeit“. Das bringt aber auch die Schwierigkeit mit sich, kaum auf
vorgedachte Ideen und Rezepte zur Gemeindeentwicklung zurückgreifen zu können.
Deutlich ist, dass sich die Markusgemeinde wieder mit den veränderten
Rahmenbedingungen im Umfeld auseinandersetzen muss. Was bedeutet es, wenn
die evangelischen Mitglieder im Stadtteil in der Minderheit sind und wenn die
Kirchengemeinde gesellschaftlich eine Stimme unter vielen wird?
Als protestantische Kirchengemeinde ist Markus besonders der Bildung verpflichtet.
Dies ist heute wichtiger denn je. Es geht darum Wissen zu haben und in
Auseinandersetzungen gesprächsfähig zu bleiben.
Schließlich wird der Umgang mit Menschen komplizierter und erfordert immer mehr
Sachverstand. Die Ausdifferenzierung der Gesellschaft schreitet zudem voran und
auch die Angebote von Kirche müssen attraktiv sein, um angenommen zu werden.
Dies ist in einer Stadtgemeinde mit kurzen Wegen zu anderen Anbietern essentiell.
Auch das Thema Gemeinschaft ist zentral. Um das Jahr 2000 herum wurde das neue
Gemeindezentrum an der Lutherkirche errichtet. In dieser Hinsicht war die
Markusgemeinde ebenfalls wieder Vorbild für die Entwicklungen im Kirchenkreis.
Durch die Fusion der „alten Markusgemeinde“ im heutigen Nordwesten der Gemeinde
mit „Luther“ entstand auch menschlich ein neues Gebilde. Gemeindeglieder fanden
zusammen und neue Freundschaften bildeten sich. Eine blühende Gemeinde mit
einer Aufbruchstimmung entwickelte sich und strahlte in den Stadtteil aus. Jetzt, nach
20 Jahren, muss das Thema Gemeinschaft neu buchstabiert werden. Diese
Konzeption soll dazu den Grundstein liefern.
Nach wie vor ist die Lutherkirche eine feste Größe in Sieker. Sie ist das älteste
Gebäude im Stadtteil. Es ist unglaublich wie sich das Umfeld seit dem Bau der Kirche
verändert hat. Heute ist die Kirche mit ihrem Turm das Wahrzeichen einer
Großstadtgemeinde. Das Stichwort Nachhaltigkeit ist schon durch das Gotteshaus
gegeben. Es existiert durch die Generationen hindurch. Die Kirche ist
denkmalgeschützt und wird auch weiterhin den Charakter des Stadtteils prägen.


Der Grundgedanke
Um die Situation der Gemeinde und ihr Selbstverständnis zu beschreiben, entwickelte
sich in Gesprächen das sogenannte „Play-Zeichen“. Neben den inhaltlichen Aspekten,
die unten genannt werden sollen, drückt dieses Symbol Aufbruch, Bewegung und
Vorfreude aus. „Jetzt geht los!“ das ist auch unser Grundgefühl nach der langen
Pause durch Corona.
Inhaltlich ist aber das Dreieck für die Konzeption maßgeblich. Sie ordnet die Begriffe:
Gemeinschaft, Bildung und Nachhaltigkeit einander zu. Dies sind die konstanten
Themen, die die Gemeindearbeit in den nächsten Jahren bestimmen sollen. Sie ste-
hen jeweils für sich selbst in den einzelnen Arbeitsbereichen, sind aber auch immer
auf die anderen beiden Aspekte bezogen. Um dieses Dreieck herum spannt sich der
Bogen des Glaubens, der alles begründet und zusammenhält.


Glaube
Wir in Markus sind eine evangelische Kirchengemeinde - kein Verein, kein Freundes-
kreis, auch kein Aktionsbündnis. Wir glauben an Gott, Jesus Christus und den Heili-
gen Geist. Unser Glaube fußt auf der jüdischen Bibel und dem Neuen Testament. Wir
orientieren uns an den Bekenntnisschriften unserer Kirche. Diese etwas theoretischen
Formulierungen begründen aber nur unsere fröhliche Gewissheit, Kinder des einen
Gottes zu sein und durch Jesus Christus Befreiung erfahren zu haben. Unser Glaube
ist nicht statisch, sondern geht nach vorn, was das PlayZeichen letztlich ja auch aus-
drückt.


Die Grundbegriffe
Auf die Gemeinde bezogen sind diese drei Aspekte unseres Glaubens von
grundsätzlicher Bedeutung:


Gemeinschaft
Es ist das Kennzeichen einer Kirchengemeinde, dass Menschen dort
zusammenkommen - in den Gottesdiensten und den Veranstaltungen darüber hinaus
in den Gemeindehäusern und im Kindergarten. Die Besucher:innen repräsentieren
verschiedene Altersgruppen, Hautfarben, Geschlechter und Herkunftsorte sowie ganz
unterschiedliche persönliche Interessen. Alle sind herzlich willkommen! Uns verbindet
die Taufe, mit der uns der Heilige Geist geschenkt wurde.
Natürlich sind wir auch offen für die Menschen, die nicht evangelisch sind. Auch mit
ihnen fühlen wir uns verbunden, da wir alle Kinder Gottes sind. Wir freuen uns an der
Gemeinschaft, daran, dass wir alle gemeinsam auf dem Weg sind. Wir lachen mitein-
ander, sind fröhlich und lustig, beten aber auch und hören auf Gottes Wort. Das Ge-
genteil von Gemeinschaft ist Einsamkeit; die soll es in unserer Gemeinde nicht geben.


Bildung
Dabei geht es nicht nur um Bildung im akademischen Sinne, sondern vielmehr um das
Bewusstsein von Wahrheit. Gegenwärtig wird so viel gelogen, soviel Unwahrheit
bestimmt unseren Alltag. Menschen leben in Informationsblasen und tauschen sich
jenseits ihrer Gruppe nicht mehr aus. Falschaussagen und Fakenews werden gar
nicht mehr überprüft und vergiften unterschwellig das Miteinander. Wir in Markus
glauben demgegenüber an die Wahrheit. Es ist nicht alles nur beliebig, nicht immer
nur alles eine Frage des Standpunktes, sondern wir versuchen die Welt zu beurteilen
und zu überprüfen danach, was richtig und falsch ist. Denn nur die Wahrheit bringt
uns letztlich voran und macht uns frei.
Diese Suche nach Wahrheit bezieht sich natürlich auch auf unseren Glauben. Wir
sprechen über unsere Überzeugungen mit Respekt und Offenheit. Wir sind bereit,
voneinander zu lernen, uns weiter zu entwickeln, aber auch unsere Einstellungen
immer wieder an der Bibel zu überprüfen. Die Wahrheit gehört nicht uns, sondern ist
eine Person: Jesus Christus.
Neben diesen allgemeinen Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft bringt aber auch
der eigentliche Bereich der konkreten Arbeit ständig neue Herausforderungen mit
sich, die ein hohes Maß an Bildung erfordern. Mitarbeitende müssen auf ihre
Aufgaben vorbereitet werden: Pädagogisch, theologisch, rechtlich und praktisch. Dies
gilt für Ehrenamtliche aber besonders natürlich auch für die hauptberuflich An-
gestellten. Die Gemeinde trägt die Verantwortung, dass Fortbildungsangebote ange-
boten und auch besucht werden.


Nachhaltigkeit
Dieser Aspekt muss in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen, da die Ge-
fährdungen der Zukunft vielfältig sind. Zum einen ist unsere Natur bedroht wie nie
zuvor in der Geschichte der Menschheit. Wir alle stehen in der riesigen Verantwor-
tung, die Klimakatastrophe so gut es geht noch abzumildern. Privat als einzelne aber
auch gemeinsam in der Gemeinde müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, um
Co 2 einzusparen und den Kollaps abzuwenden.
Nachhaltigkeit bezieht sich aber ebenso auf die Gemeinde selbst. Auch hier muss es
darum gehen, den zukünftigen Generationen Ressourcen zum Leben zu erhalten. Das
Neue Kirchliche Finanzmanagement (NKF) will verhindern, dass in der Kirche, die
gegenwärtig noch guten Rücklagen „verfrühstückt“ werden auf Kosten unserer Kinder,
die auch noch Kirche erleben sollen. Diese Verantwortung gilt nicht nur für finanzielle
Rücklagen, sondern auch für die Gebäude. Wir sollten versuchen, die Gebäude, die
wir gegenwärtig nicht mehr nutzen, durch einen anderen Verwertungszweck der
Nachwelt zu erhalten, damit sie sie später nach ihren Vorstellungen verwenden
können - genau das bedeutet „nachhaltig“.
Dieser Begriff soll in Zukunft aber auch noch auf einen dritten Aspekt angewendet
werden. Unsere Gemeinde erlebt schon seit längerem einen Generationswechsel.
Bewährte Mitarbeiter:innen können aufgrund ihres Alters die bisherigen Aufgaben
nicht mehr übernehmen. Sie müssen den Staffelstab an Jüngere weitergeben.
Darüber hinaus wird sich auch die Angebotsstruktur weiterentwickeln müssen. Neue
Ideen kommen dazu, wie jetzt zum Beispiel das Café. Nachhaltigkeit bedeutet eben
auch, immer neue Mitarbeiter:innen zu gewinnen und auszubilden, die die Arbeit
fortsetzen. So können wir uns getrost aufmachen in eine Zukunft mit vielen
Veränderungen.


Die konkreten Arbeitsbereiche
Hier ist die Liste der einzelnen Arbeitsfelder und Gruppen, die den drei Grundbegriffen
Gemeinschaft, Bildung und Nachhaltigkeit zugeordnet werden, weil sie einen
Schwerpunkt in der jeweiligen besonderen Hinsicht bilden. Die Aspekte der anderen
beiden Bereiche sind aber jeweils mit zu berücksichtigen. Dem Glauben kommt eine
Sonderrolle zu, weil er alles umfasst und direkt auf Gott ausgerichtet ist.


Konzeption
Glaube:
- Gottesdienst
Zum Gottesdienst kommen Menschen, um zu beten, zu singen und die
Gemeinschaft mit anderen zu erfahren. Die Predigt rückt Gottes Wort in unsere
Zeit. Der Gemeinschaftsaspekt ist beim Gottesdienst zentral und wird durch
den Kreis beim Abendmahl in besonderer Weise ausgedrückt. Das Aufgreifen
aktueller und historischer Themen im Gottesdienst schafft ein hohes Maß an
Bildung. Die Nachhaltigkeit besteht zum einen darin, dass so das
Zusammenkommen der christlichen Gemeinde weiter lebendig gehalten wird;
außerdem spielen politische und gesellschaftliche Fragen zur Nachhaltigkeit in
Gottesdiensten oft eine wichtige Rolle.- Kindergottesdienst
Der Kindergottesdienst erreicht junge Menschen im Alter von 5 bis 11 Jahren
und verdeutlicht auf kindgemäße Weise die biblische Botschaft. Durch den
Kindergottesdienst wachsen junge Menschen auf eindrückliche Art und Weise
in die Gemeinde hinein. Die Kinder genießen das Zusammensein mit
Gleichaltrigen mit älteren Teamer;innen unter dem Wort Gottes. Die biblischen
Geschichten prägen sich ein und haben oft Einfluss auf das ganze weitere
Leben. Insofern ist Kindergottesdienst in hohem Maße nachhaltig, weil
Menschen, die hier angesprochen werden, oft der Gemeinde verbunden
bleiben.


- Beerdigung
Bei Beerdigungen begleiten die Pfarrer:innen die Angehörigen in einer oft sehr
schmerzlichen Situation. Die biblischen Texte vermitteln in diesen Lebenskrisen
Halt und Hoffnung. Gerade in Zeiten von Corona wurde deutlich, wie wichtig
der Gemeinschaftsaspekt bei Beerdigungen ist und dass Verstorbene nicht
immer nur im kleinsten Familienkreis beigesetzt werden sollten. Beerdigungen
reißen Menschen aus dem Alltagstrott heraus und eröffnen ihnen noch einmal
einen anderen Blick auf das Leben. Sie verdeutlichen menschliches Leben: alte
Menschen sterben und junge führen es weiter; wichtig ist dabei, dass die
nachfolgenden Generationen auch noch gut leben können.


- Taufen
In Taufen werden Menschen in die christliche Gemeinschaft aufgenommen, so
wie Jesus es laut der Bibel aufgetragen hat. Die Segnung der einzelnen wird oft
mit einem großen Fest verbunden. Taufen finden in unserer Gemeinde immer
im Gottesdienst statt und verdeutlichen so den Gemeinschaftsaspekt und die
Verbindung zur Gemeinde. Die Taufe von Kindern soll dazu führen, dass es
später ein persönliches Bekenntnis zum christlichen Glauben gibt, das im
Konfirmand:innenunterricht erarbeitet wird. Die Taufe findet mit frischem
Wasser statt und verdeutlicht, dass das Leben weiter geht.


- Abendmahl
Im Abendmahl kommt die Gemeinde zusammen, um in Brot und
Wein/Traubensaft die Gegenwart Jesu zu feiern. In der Regel findet es einmal
im Monat im Gottesdienst und zu besonderen Anlässen statt. Der
Gemeinschaftscharakter wird deutlich durch das Stehen im Kreis und die
Entlassworte am Schluss. Im Abendmahl erfährt sich jeder Mensch selbst als
Individuum vor Gott, aber auch als Teil eines größeren Ganzen, nämlich des
Leibes Christi. Beim Abendmahl werden Oblaten und Traubensaft aus
ökologischer Landwirtschaft verwendet.


- Trauungen
Trauungen sind nach wie vor außergewöhnliche Momente im Gemeindeleben,
in denen sich Menschen vor Gott ihren gemeinsamen Weg versprechen. Der
Segen ist weiterhin ein wichtiges Element für die Brautpaare. Das
Eheversprechen wird vor einer großen Gemeinde, die oft aus dem Familien-
und Freundeskreis besteht, gefeiert. Die Brautpaare erleben in der Trauung die
Bedeutung einer christlichen Institution. Oft ist die Lebensform der Ehe
nachhaltig und drückt sich in der Geburt oder Adoption von Kindern aus.


Bildung:

• Konfirmand:innenarbeit
Konfirmand:innen werden in regelmäßigen Terminen über einen Zeitraum von zwei
Jahren in den Grundlagen des christlichen Glaubens ausgebildet. Sie sollen dazu
befähigt werden, eine eigene Position zu finden und darüber sprechen zu können.
Sie setzen sich dazu mit den biblischen Grundlagen unseres Glaubens auseinander
und mit den kirchlichen Traditionen und Grundsätzen. In dieser Zeit können die
Konfirmand:innen ihre soziale Kompetenz weiter entwickeln. Bei den regelmäßigen
Treffen und Events insbesondere der Langeoog-Freizeit erfahren sie Gemeinschaft.
Die Konfirmand:innenarbeit ist für Kirche bzw. Gemeinde auch im Blick auf Gegenwart
und Zukunft wichtig, weil Jugendliche die Kirche und das Gemeindeleben mitgestalten
werden.


• Glaubenskurs
Die Glaubenskurse sind offene Kurse für alle Menschen, die sich über die Bibel und
Fragen des Glaubens austauschen möchten. Hier werden sie fortgebildet - nicht nur
im Bereich der Theologie, sondern auch der Historie und der Umsetzung der
biblischen Texte in die heutige Welt. Dabei kann es auch literarische und musikalische
Verbindungen geben.
Durch die offene Einladung an alle entsteht ein neues gemeinschaftliches Treffen, so
dass Teilnehmer:innen aus allen Altersstufen, ohne Bindung an feste Gruppen und
auch von außerhalb der Gemeindegrenzen dabei sind.
Durch den Austausch über Glaubensfragen wird hier die Weitergabe ebenso an
jüngere Teilnehmer zur Nachfolge hier gefördert.


• Literaturgottesdienst
In dem Team „Literaturgottesdienst“ treffen sich Menschen, die gerne lesen und sich
über den Inhalt und die Aussagen von literarischen Werken austauschen. Sie wählen
in regelmäßigen Abständen ein zeitgemäßes Buch aus, dessen Inhalt sie anspricht
und erarbeiten individuell geprägte Texte zum Buch, die bei den Treffen inhaltlich
aufeinander abgestimmt werden. Die Pfarrerin führt beim Gottesdienst in der Predigt
die Aussagen der vorgetragenen Texte zusammen und ergänzt diese durch eine
biblisch-theologische Perspektive. Vervollständigt werden die Gottesdienste durch
passende Bibeltexte, Lieder, Fürbitten und Musikstücke. Literaturgottesdienste sind in
ihrer Besonderheit beliebt und werden gerne besucht. Sie regen Menschen an, selbst
das vorgetragene Buch zu lesen, die Gemeindebücherei zu besuchen und eventuell
zukünftig in der Gruppe mitzuarbeiten.


• Ausstellungen
Die historische neu-romanische Lutherkirche mit ihren schönen Kirchenfenstern, die
zum Teil biblische Themen zeigen, und dem mosaikartig gestalteten kuppelförmigen
Altarraum stellt allein schon ein Kunstwerk dar. In diesem Raum fühlen sich die
Menschen wohl. Den Kontrast bilden die beiden modern gestalteten Gemeindehäuser
mit viel Beton und Glas. Alle Räume und der Saal sind auf die begrünten
Außenanlagen ausgerichtet. Auch von außen wirkt das Gebäude durch seine
Transparenz einladend.
Die Betonwände des großen Gebäudes zeigen seit seiner Fertigstellung vor ca. 20
Jahren regelmäßig Kunstausstellungen von Laien und Profis, teilweise Werke mit
religiösem Anklang aber auch oft von Kindern erarbeitete Darstellungen aus Schule
und Kindergarten. Dadurch kommen oft viele Menschen, auch aus anderen
Gemeinden, v.a. bei den Vernissagen zusammen, die sich gerne über die gezeigten
Kunstwerke, aber auch über die Ästhetik der Gebäude austauschen.


• Musik
Die Musik ist ein wichtiger Baustein des Fundamentes unserer Gemeinde. Das Orgel-
und Klavierspiel unterstützt den Gemeindegesang der Kirchenlieder im Gottesdienst.
Solistische Darbietungen wie auch Beiträge von Chören oder Musikensembles runden
das Gesamtbild eines Gottesdienstes ab. Das gemeinschaftliche Musizieren in den
Gruppen fördert stark das soziale Miteinander unterschiedlicher Generationen
innerhalb unserer Gemeinde und reicht das kulturell-religiöse Erbe der evangelischen
Kirche weiter.
Die Lutherkirche wird gerne regelmäßig für Konzerte und Veranstaltungen größerer
Musikgruppen - auch von außerhalb - genutzt, weil man die Akustik und das
ansprechende Ambiente sehr schätzt.


• Offene Kirche
Die Lutherkirche ist an einigen Tagen für mehrere Stunden geöffnet. Hier haben
Menschen die Möglichkeit, außerhalb des Gottesdienstes allein oder mit anderen zu
beten, in sich zu gehen, sich bei Kerzenlicht im Raum der Kirche Gott ungestört ganz
nahe zu fühlen. Für Verstorbene oder Kranke können Teelichter angezündet werden.
Ein Team Ehrenamtlicher sorgt dafür, dass die Kirche geöffnet und wieder
geschlossen wird, dass Hinweisschild und Kerzen vorbereitet werden. Die Mitarbeiter
des Teams treffen sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen und eventuell
Verbesserungsvorschläge einzubringen, damit auch in Zukunft das Projekt Offene
Kirche weitergeführt werden kann.


• Bücherei
Die gemütlich eingerichtete Bücherei in unserem Gemeindehaus mit einem Blick in
den Gemeindesaal ermöglicht Kindern und Erwachsenen sich in unterschiedlichen
Richtungen zu bilden und miteinander über Gelesenes zu kommunizieren. Hier
werden Bücher und weitere Medien nicht nur mit biblischem Hintergrund angeboten,
sondern mit einem breiten Spektrum, wie z.B. Kultur, Handwerken, Kochen usw.
Ehrenamtliche versorgen die Bücherei mit neuen Büchern und bilden sich somit
ebenfalls fort.
Durch diese Einrichtung wird ein neuer Kreis von Gemeinschaft gebildet.
Bücher, die von unterschiedlichen Personen gelesen werden, brauchen nicht neu
gedruckt zu werden, so dass unsere Bücherei nachhaltig ist.


• Fortbildungen
Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden liegt
uns in der Markusgemeinde besonders am Herzen. Unterschiedlichste Kompetenzen
sind notwendig, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen; außerdem ändern sich die
Rahmenbedingungen immer wieder. Um darauf einzugehen, werden Mitarbeitende in
den einzelnen Arbeitsbereichen extern oder intern geschult und bei ihrer Arbeit
begleitet. Dabei spielt der Gemeinschaftsaspekt eine Rolle, weil Lernen immer in
Gemeinschaft stattfindet und weil die Beteiligten gemeinsam das Interesse an einem
Aufgabengebiet teilen und dort Verantwortung tragen.
Fortbildung ist immer nachhaltig, weil dadurch Kompetenzen erlangt werden, die dazu
beitragen, dass der Auftrag der Gemeinde weiter und zeitgemäß erfüllt werden kann.


• Planungstreffen/Rüsttage
Innerhalb des Presbyteriums sind die Rüstzeiten und ganz- oder mehrtägige
Planungstreffen ein wichtiger Baustein im Bereich Bildung. Hier ist Raum und Zeit
gegeben, sich auch mit Themen jenseits der üblichen turnusgemäßen Sitzungen zu
befassen. So ist beispielsweise in gemeinschaftlicher Arbeit die letzte
Gemeindekonzeption auf einer solchen Veranstaltung überarbeitet worden.
Das gegenseitige Kennenlernen ist gemeinschaftsfördernd. Bei der Arbeit des
Presbyteriums wird konsequent auf Nachhaltigkeit/Bewahrung der Schöpfung
geachtet. Die bei Rüsttagen entwickelten Gedanken und Ideen tragen zu einer
nachhaltigen Gemeindeentwicklung bei.


• Nachwuchsmitarbeiter:innen
Nachwuchsmitarbeitende leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der
Gemeinde. Die jungen Menschen tragen zur Lebendigkeit der Gemeinde bei und die
Nachwuchsmitarbeitenden sind ein Bindeglied zwischen Konfirmand:innen und den
erwachsenen Gemeindemitgliedern. Somit fördern sie die Gemeinschaft innerhalb der
Gemeinde und bringen einen wichtigen Blickwinkel mit ein. Nachhaltigkeit kann aus
der Sicht von Jugendlichen betrachtet werden, die noch viele Jahre in unserer
Gemeinde und auf der Erde leben werden.


• Gesprächskreis
Gesprächskreise haben in der Gemeinde eine lange Tradition in Form von
Bibelkreisen, Glaubenskursen und Gesprächskreisen zu Kirche und Gemeinde. In
ihnen geschieht Bildung im eigentlichen Sinne. Diese Gruppen sind unterschiedlich
stark frequentiert; dabei schaffen sie aber ein hohes Maß an Bindung zwischen den
Teilnehmer*innen. Letzteres betont den Gemeinschaftsaspekt dieser Gruppen. Sie
sind nachhaltig, weil ökologische Fragestellungen und Überlegungen zur Zukunft auch
von Kirche und Gemeinde immer eine Rolle spielen.


• Kindergarten
Der Kindergarten steht vor allem für die frühe Bildung für die ganz kleinen Menschen.
In Bildungsprozessen werden die körperlichen und geistigen Anlagen geweckt,
Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgebildet und unterstützt. Die Kinder werden im Sinne
einer umfassenden Pädagogik beispielsweise in Hinblick auf die Erlangung der
Schulfähigkeit gefördert mit der Entwicklung aller Sinne. Bildung gestaltet sich als
sozialer Prozess, an dem sich alle Beteiligten wie Kinder, Erwachsene und Kirche
aktiv beteiligen und dadurch auch Gemeinschaft entsteht. In unserem Kindergarten
wird besonders durch die Waldtage, aber auch im Alltag in den Gruppen durch ein
frühes Heranführen an ökologische Fragen das Umweltbewusstsein zum späteren
verantwortungsvollen Handeln gefördert.


• Kreative Projekte
In der Markusgemeinde gibt es immer wieder kreative Projekte zu außergewöhnlichen
Anlässen. So wurden einmal einzelne Quadrate von vielen fleißigen Händen gestrickt
oder gehäkelt und anschließend in einer Gemeinschaftsaktion zu einem Schal, der in
der Adventszeit unseren Kirchturm schmückte, zusammengenäht. Im Sommer fand
der Schal eine neue Verwendung und wurde wieder in die einzelnen Quadrate zerlegt
und beispielsweise zu Röcken, Hosen und Taschen neu zusammengenäht. Das ist
ein Beispiel für Nachhaltigkeit; ebenso fördert solch ein gemeinsames Projekt die
Gemeinschaft.


• Flüchtlingsarbeit
Flüchtlingen befinden sich bei uns in einer ihnen fremden Kultur. Gemeinsame
Begegnungen schaffen gegenseitiges Verstehen. Die Welt der Flüchtlinge, ihre
Sorgen, Nöte, ihre Geschichten über Erlebtes, ihre Feste, ihr Denken usw. erweitern
unseren Horizont, lassen uns teilhaben und zeigen uns, wie/wo wir ihnen ihr neues
Leben bei uns erleichtern können.
So können wir sie regelmäßig einladen, mit ihnen kochen, reden, singen usw., um
ihnen in der Fremde Gemeinschaft anzubieten und damit ein Stück Integration zu
ermöglichen.
Flüchtlingsarbeit bietet die Möglichkeit sich zu einem festen Baustein in der Gemeinde
zu entwickeln und damit über das Gemeindegebiet hinaus z.B. für den Stadtteil eine
gesellschaftliche Bedeutung zu erlangen.


Gemeinschaft:
• Seniorengruppen
Für Seniorengruppen in der Gemeinde ist es sehr wichtig, sich regelmäßig treffen zu
können, sich auszutauschen, das Gefühl zu haben, dass man ein wichtiger Teil der
Gemeinschaft ist. Jüngere Menschen erleben Seniorengruppen auch als gelebten
Geschichtsunterricht, es wird viel über Zeiten gesprochen, die Jüngere nur aus
Büchern kennen. Es ist sehr wichtig, dass diese Geschichten nicht in Vergessenheit
geraten, sondern weitererzählt werden. Eine Bereicherung für die Senior:innen stellt
auch die Beschäftigung mit verschiedenen Themen von außen dar.


• Gute-Laune-Treff
Der Gute-Laune-Treff findet alle 14 Tage mittwochs um 19.30 Uhr statt.
Die Zielgruppe sind Frauen mittleren Alters, die sich untereinander austauschen.
Es werden je nach Jahreszeit unterschiedliche Aktivitäten zusammen
unternommen: z. B. Spieleabend, Kinoabend, Basteln, Radtour, Wanderung im
Teutoburger Wald, Minigolf, Kochen, Besuch des Weihnachtsmarktes.
Man lernt neue Dinge kennen, wie Basteltechniken, Rezepte, neue Spiele, Kinofilme.
Man erweitert so seinen Horizont und bekommt einen anderen Blickwinkel. Die
Gruppenmitglieder bilden langfristig eine Säule im Gemeindeleben.


• Tanzgruppen
Es gibt ein vielfältiges Tanzgruppenangebot vom Seniorentanzkreis über israelische
Tänze bis hin zum Bauchtanz in unserer Gemeinde. Seit Jahrzehnten treffen sich
Männer und Frauen zum gemeinsamen Tanzen. Dabei steht nicht nur der
gemeinsame Tanzsport im Mittelpunkt, sondern auch der kulturelle Hintergrund der
Tänze aus aller Herren Länder. Wichtig sind für die Tänzerinnen und Tänzer und auch
für die Gemeindemitglieder die vielen Auftritte bei den unterschiedlichsten
Gemeindeveranstaltungen.


• Kinoabend
Der Kinoabend findet zweimal im Jahr statt. Viele Menschen, nicht nur
Gemeindeglieder, treffen sich und wollen einen netten Abend verleben. Die Filme, die
gezeigt werden, sind unterhaltsam, aber auch anspruchsvoll. Im Anschluss wird gerne
und viel diskutiert. Dadurch wird der Horizont der Besucher:innen erweitert. Darüber
hinaus macht es viel Freude, wie in einem Kino, gemeinsam die Handlung zu
verfolgen und mitzuleiden oder sich mitzufreuen.


• Freizeiten
Freizeiten haben eine lange Tradition in der Markusgemeinde. Diese Veranstaltungen
für Familien, Senior*innen und Jugendliche finden in regelmäßigen Abständen statt.
Hier treffen sich Menschen in oft herrlicher Umgebung und genießen miteinander
außergewöhnliche Zeiten. Diese Tage oder Wochen bieten die Möglichkeit, den
Erfahrungshorizont von einzelnen Personen zu erweitern. Freizeiten müssen auch
nachhaltiger werden durch die Auswahl von Orten und Verkehrsmitteln.


• Gemeindebrief / Homepage
Die Homepage sowie auch der Gemeindebrief sind elementare Bestandteile der
Markusgemeinde, um unsere Mitglieder über beispielsweise anstehende Feste oder
wichtige Ereignisse zu informieren, aber auch um vergangene Projekte darzustellen.
Durch die Informationen werden die Mitglieder aktiv in das Gemeindeleben
einbezogen, da sie auf diese Weise auf dem neusten Stand gehalten werden. Das
fördert die Gemeinschaft unserer gesamten Gemeinde. Weiterhin dienen die
Homepage und der Gemeindebrief der Wissensvermittlung von theologischen
Informationen. Darüber hinaus wird der Gemeindebrief als Beitrag zur Nachhaltigkeit
auf Altpapier gedruckt.


• Kindergruppe
Wir begegnen in unserer Gemeinde Kindern in sehr unterschiedlichen Gruppen; zum
einen im Kindergarten, im Kindergottesdienst, bei den Spürnasen und im Konfi-
Unterricht. Dabei haben sich innerhalb der Gruppen immer wieder neue
Freundschaften gebildet bzw. die Gruppe als Zusammenschluss von Kindern selbst
neu gefunden. Dies erfolgt dann auch außerhalb der Gemeinderäumlichkeiten.
In der Kindergruppe „Spürnasen“ am Hellenkamp wird gespielt, gesungen, gebastelt,
gebacken und aus der Bibel erzählt. Aspekte der Nachhaltigkeit sind zum einen in den
Adressat:innen selbst gegeben als auch in der Sensibilisierung für den respektvollen
Umgang mit der Schöpfung.


• Feste
Man muss die Feste feiern wie sie fallen. In der Markusgemeinde haben wir noch
keinen guten Grund ausgelassen, um dieses Motto zu beherzigen. Die Gemeinschaft
ist uns dort sehr wichtig. Gemeinsam am Grill während der EM oder beim
Gemeindefest zusammen Kuchen essen. Für alle ist etwas dabei, um die
Gemeinschaft zu genießen. Auch dabei achten wir auf Nachhaltigkeit in unseren
Planungen bei der Bewirtung genauso wie beim Verkauf von selbstgemachtem
Handwerkszeug oder Marmeladen. Durch den Austausch innerhalb der Generationen
ergeben sich Gespräche und lernen sich Menschen kennen.


• Café
Das Café soll ein Treffpunkt in der Gemeinde werden. Dort sollen die drei Profile
Bildung-Gemeinschaft -Nachhaltigkeit zusammentreffen. Außerdem bietet es Raum
für kulturelle Veranstaltungen. Verschiedenste Bildungsangebote von Gesprächen und
Diskussionsrunden sind geplant und für alle Menschen im Stadtteil geöffnet. Das
Zusammenkommen von Gemeindemitgliedern und Menschen aus dem Stadtteil
schafft Gemeinschaft. Das Café soll ein niedrigschwelliges Angebot sein, um sich
auszutauschen und kennenzulernen. Auf regionale, Fairtrade und biologische Speisen
und Getränke wird in dem Café wert gelegt.


• Geburtstagskaffeetrinken
Alle Gemeindeglieder, die 70 Jahre und älter sind, werden zu einem Geburtstags-
kaffeetrinken eingeladen. Es treffen sich Menschen, die sich z.T. schon sehr lange
kennen, aber nur selten treffen. Es werden Geschichten aus der gemeinsamen
Schulzeit oder dem Konfirmandenunterricht erzählt. Als Zuhörer:in erfährt man
manches aus dem Leben der anderen und aus der Vergangenheit. Der Austausch
darüber eröffnet den Teilnehmenden einen neuen Bezug zu ihrer Lebensgeschichte.
Diese Erzählungen weiter zu tragen, ist ein wichtige Aufgabe für die nächste
Generation.


• Geburtstagsbriefe
Die Geburtstagsbriefe werden an alle Gemeindeglieder, die 70 Jahre und älter sind,
verschickt. Die Menschen freuen sich darüber, zeigt es ihnen doch, dass die
Pfarrer:innen an sie denken. Sie spüren, zu einer gemeinsamen Generation zu
gehören und schätzen diese Verbundenheit. Viele der Briefe werden persönlich
ausgetragen, deshalb belasten sie die Umwelt wenig. Die Grüße haben immer ein
aktuelles Thema und dienen dazu, die Leser:innen auch inhaltlich anzuregen.


• Kontakt zu Einrichtungen im Stadtteil
Der Kontakt zu den Menschen, aber auch zu den Institutionen auf dem
Gemeindegebiet fördert das Ziel: für Menschen im Stadtteil da zu sein und den
Lebenswert dort zu erhalten.
In der Regel monatlich gestaltet die Pfarrerin, die auch Heimführsprecherin ist,
inhaltlich einen Vormittag im „Tageshaus“, das im Gemeindegebiet liegt. Der Pfarrer
trifft sich beim Frühstück im Eva-Gahbler-Haus mit Senior:innen aus einer Siedlung im
Pfarrbezirk. Dabei spielt der Gemeinschaftsaspekt eine wichtige Rolle.
Bei den Gesprächen über unterschiedliche Themen geschieht immer auch Bildung.
Auch zu den Grundschulen, die auf dem Gemeindegebiet liegen, gibt es
unterschiedlich engen Kontakt. So wird die Lutherkirche immer wieder im Rahmen von
kirchenpädagogischen Projekten besucht. Außerdem finden hier die Einschulungs-
und Weihnachtsgottesdienste der Osningschule sowie die Weihnachtsgottesdienste
der Rußheideschule statt; sie werden jeweils gemeinsam mit den Pfarrpersonen
vorbereitet und gestaltet. Von der Kita Hellenkamp gibt es einen guten Kontakt zur in
der Nachbarschaft gelegenen Osningschule, die Rußheideschule engagiert sich auch
wie die Markusgemeinde an gemeinsamen Festen im Stadtteil.


• Kirchenkaffee
Beim Kirchenkaffe, der nach Möglichkeit jeden Sonntag direkt nach dem Gottesdienst
stattfinden soll, treffen sich Menschen aus den unterschiedlichen Gruppen der
Gemeinde und verschiedenen Alters, um über den Gottesdienst, gemeindliche
Themen sowie eigene Erlebnisse und Probleme der Woche zu sprechen. In
bestimmten Abständen werden sie von der Gemeindeleitung über Planungen und
Veränderungen im Gemeindeleben informiert, sie nehmen gelegentlich an
Vernissagen von neuen Ausstellungen im Gemeindehaus teil. Hierbei treffen sie auch
auf Menschen aus anderen Stadtteilen und Gemeinden und tauschen sich mit ihnen
aus, dabei spielen Bildung, Kommunikation und Gemeinschaft eine große Rolle. Beim
Einkauf der Lebensmittel für das Kirchenkaffe werden nach Möglichkeit nachhaltig und
fair hergestellte Produkte ausgewählt.


• Lokale Projekte
Die Markusgemeinde versteht sich als Gemeinde im und für den Stadtteil. Daher
engagiert sie sich auch auf lokaler Ebene – beispielsweise durch Vermietungen ihrer
Räumlichkeiten an andere Akteur:innen im Stadtteil, im Gewerbeverein, bei Festen
wie „Sieker is(s)t süß“ oder beim Adventsmarkt oder im Rahmen des Runden Tisches
Konversion. Durch diese Vernetzungen fördert sie das Miteinander im Stadtteil
nachhaltig.


• Fußball
Ein fester Bestandteil unseres Gemeindelebens sind die Fußballübertragungen der
Spiele mit deutscher Beteiligung bei den Welt- und Europameisterschaften. Bei nur
wenigen anderen Aktivitäten kann die Gemeinschaft so vieler verschiedener
Bewohner:innen des Stadtteils erlebt werden. Auch die Fußballübertragungen bei uns
sind nachhaltig und haben einen (politischen) Bildungscharakter. So wird unter
anderem darauf geachtet, bei Speisen und Getränken regionale Kleinstbetriebe zu
nutzen und wo immer möglich fair angebaute Rohstoffe in Bio-Qualität zu verwenden.
In den Halbzeitpausen finden eigene Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit und
Gewalt statt oder es werden bestehende Kampagnen der Ausrichter der Turniere
aufgegriffen.


• Gemeinsamer Sport
Wandern, Fahrradfahren, Joggen u.a. sind mögliche Aktivitäten. Einmal in
Gemeinschaft unterwegs, können sich Gespräche entwickeln und Beziehungen
wachsen. Da sportliche Aktivitäten generell zu einer positiven Grundstimmung führen,
wird die Gemeinschaft untereinander auch darüber hinaus gestärkt.
Gerade beim Wandern und Fahrradfahren ist man unterwegs und entdeckt immer
wieder etwas Unbekanntes, erhält Anregungen, macht neue Erfahrungen.
Sportliche Aktivitäten verbessern unsere allgemeine Fitness und nachhaltig unsere
Gesundheit. Eine etablierte Sportgruppe in unserer Gemeinde kann auch
außenstehenden Menschen einen Zugang zu uns ermöglichen.


• Gemeinsames Kochen
Bei solch einem Angebot steht das Machen, das Kochen im Vordergrund. Das
gemeinsame Tun und Essen verbindet und schafft darüber hinaus Zusammenhalt.
Kochen muss vorbereitet, organisiert werden. Die Auswahl der Rezepte und die dafür
zu erledigenden Einkäufe sind oft schon eine Herausforderung, da beim Tun jede:r
immer wieder Neues entdeckt und vom anderen lernt
Nachhaltigkeit spielt gerade beim Einkauf eine große Rolle, so ist z. B. auf Bioware,
Verpackungsarten, regionale Produkte, fair gehandelte Waren zu achten.


• Gemeindebüro
Das Gemeindebüro ist eine Schnittstelle für die unterschiedlichsten Bereiche
innerhalb der Gemeinde. Hier werden persönliche Urkunden ausgestellt, Protokolle
vervielfältigt, Räume verteilt und auch das Rechnungs- und Verwaltungswesen haben
dort ihren Platz. Somit ist das Büro grundlegend für alle gemeinschaftlichen Belange
in der Gemeinde. Alle aktuellen Veränderungen von Kirche schlagen sich hier nieder
und müssen mit Kompetenz und Sachverstand umgesetzt werden. Das
Gemeindebüro ist nachhaltig im doppelten Sinne: Die Entwicklung der Gemeinde wird
dort verwaltet und durch die Steuerungsfunktion wird hier eine hohe ökologische
Verantwortung getragen.


Nachhaltigkeit:
• Solaranlage
Unsere Kirchengemeinde nutzt die Solaranlage auf dem Dach des großen
Gemeindehauses bereits seit rund 20 Jahren. Künftig überprüfen wir die sich
bietenden neuen Möglichkeiten von nachhaltiger Energieerzeugung auf Sinnhaftigkeit
und Finanzierbarkeit und setzen sie gegebenenfalls um.
Unsere Aktionen zur zunehmend nachhaltigen Energieversorgung unserer Gemeinde
sind in den Kontext „Bewahrung der Schöpfung“ eingebunden.
Das Thema nachhaltige Energieerzeugung kann am Beispiel unserer Solaranlage und
weiterer Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie in Fortbildungsveranstaltungen
präsentiert werden.


• Öko-Geldanlagen
Ein Teil des Geldvermögens der Markus-Kirchengemeinde wurde bei der
Genossenschaft „Oikocredit“ angelegt. Diese ökumenische
Entwicklungsgenossenschaft entstand aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen
heraus und fördert nachhaltige Projekte in Landwirtschaft, erneuerbare Energien usw.
Auch mit dieser Geldanlage verbinden wir uns mit der Gemeinschaft der Kirchen
weltweit die das Ziel hat, das Zusammenleben aller Menschen in Gerechtigkeit und
Frieden zu fördern.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Gemeindegliedern alternative
Geldanlagemöglichkeiten nahezubringen


• Mitarbeiter:innengewinnung
Die Gewinnung von Mitarbeitenden muss ein Kernziel der Gemeindearbeit sein. Nur
so wird die Gemeinde sich weiter entwickeln und den Staffelstab an die nächsten
Generationen weitergeben. Durch neue Mitarbeitende verändert sich eine Gemeinde
und/oder bleibt dadurch immer auf der Höhe der Zeit. Mitarbeitende werden begleitet
und können bzw. müssen sich fortbilden. In der Regel findet einmal im Jahr ein
Mitarbeitendenempfang statt, bei dem die Gemeinschaft der Mitarbeitenden für alle
sichtbar wird.


• Werbung für die Gemeinde
In unserer heutigen Zeit ist es von Bedeutung Werbung für die Gemeinde und das
Gemeindeleben zu machen. Dabei geht es nicht nur um Personen, die potenziell
Mitglieder unserer Gemeinde werden, sondern auch um diese, die das schon sind. Es
ist wichtig den schon bestehenden Gemeindemitgliedern deutlich zu machen, warum
sie in unserer Gemeinde sind und weshalb sie hier auch genau richtig sind. Aber auch
um neue Mitglieder zu gewinnen, ist es von Bedeutung die Konzeption der Gemeinde,
zum Beispiel auf der Homepage darzustellen, damit Interessierte wissen, womit wir
uns in der Markusgemeinde beschäftigen und was uns ausmacht. Werbung für
unsere Gemeinde auf unterschiedlichen Ebenen ist auch für die Zukunft wichtig.


• Gebäudeverwaltung
Die zur Gemeinde gehörenden Gebäude sind nicht nur hinsichtlich ihrer Funktion
sondern auch symbolisch für viele Menschen wichtig. Diese Verantwortung verpflichtet
zur kontinuierlichen Instandhaltung und effizienten Nutzung; dabei haben finanzielle
Aspekte für den Erhalt der Gebäude eine zentrale Bedeutung, denn schließlich sollen
auch kommende Generationen die Gebäude noch nutzen. Die Verwaltung von
Gebäuden erfordert ständiges Lernen; sich ändernde Rahmenbedingungen, bauliche
Aspekte oder solche im Zusammenhang mit Vermietungen stellen immer wieder neue
Herausforderungen dar.
Die Gebäude unserer Gemeinde dienen in erster Linie dem Zusammenkommen, der
Gemeinschaft verschiedenster Menschen aller Altersgruppen vor Ort; für viele sind die
Gebäude Teil ihres „Zuhause“, für andere Menschen sind sie Arbeitsplatz,
Begegnungsort, Bildungsort, usw.


• Presbyterium
Das Presbyterium leitet die Gemeinde in praktischer und geistlicher Hinsicht. Dieses
Gremium verantwortet die Gottesdienste und die Konfiarbeit. Es hat die Aufgabe, die
Gemeinde im Blick auf Finanzen, Gebäude, Kita und Mitarbeitende zukunftsfähig
aufzustellen. Die Mitglieder des Presbyteriums tragen eine große Verantwortung, die
sich auch auf das Miteinander auswirkt. Eine konstruktive und zukunftsweisende
Mitarbeit im Presbyterium erfordert Einarbeitung und ständige Weiterbildung.


• Umweltprojekte
In der heutigen Zeit sind Umwelt und Nachhaltigkeit wichtige Themen. Die
Markusgemeinde betreibt eine Photovoltaikanlage, hat Nistkästen für Vögel
angebracht, eine Blumenwiese für Insekten angelegt, außerdem engagieren wir uns
im Fairen Handel. Die Aufgaben werden sich immer wieder verändern und müssen
dem Wandel im Klima und in der Natur angepasst werden. Jeder der Zeit und Lust
hat, kann sich unabhängig vom Alter, engagieren, deshalb haben sie auch einen
starken Gemeinschaftsaspekt. Engagement in diesem Bereich erfordert ein hohes
Fachwissen und muss begleitet werden.